Tervueren

Rassebeschreibung Tervueren

Charakter Tervueren

 

Alle Belgier sind Spätentwickler, und erst mit ca. 2-3 Jahren haben sie ihre psychische Reife erlangt und sind „erwachsen“. Da sie zudem noch sehr intelligent sind, müssen sie bereits beim Züchter gut geprägt und sozialisiert werden. Wichtig sind Welpenspielgruppen wo die Hunde gefördert, aber nicht überfordert werden . Zu frühe, zu dominante oder falsche Ausbildungsversuche nehmen ihnen die innere Sicherheit und unterdrücken alle positiven, sprich verspielten, intelligenten Eigenschaften. Das Wichtigste für junge Belgier ist eine feste Bindung an seinen Besitzer, die am besten über Spiel zu erreichen ist. Konsequente sanfte Leitung mit mäßigem Stress in enger Familienbindung ist die beste Grundlage für seine Jugend.
Schlechte Haltungsbedingungen, nicht artgerechte Aufzucht und schlechte Erfahrungen prägen den Belgischen Schäferhund für sein Leben. Sie lassen ihn zum unsicheren und u.U. ängstlichen Hund werden. Gleich schädlich für sein späteres Verhalten ist übertriebene Fürsorge und permanentes „Betüddeln“.  Wie bei anderen sensiblen, intelligenten Rassen ist es beim Belgischen Schäferhund wichtig die Prägung auf den Menschen stark zu fördern, denn er könnte durchaus Fremden gegenüber misstrauisch reagieren. Sein teilweise wölfisches Verhalten, seine ausgeprägte Körpersprache lassen ihn offen seine Gefühlswelt zeigen. Gute, sensible Hundeführer können ihn buchstäblich „lesen“.  Weitgehend ist er sehr sozialverträglich mit anderen Hunden, vorausgesetzt er hatte in seiner Jugend ausgiebig Gelegenheit, andere Rassen kennen zu lernen. Innerhalb eines Belgierrudels gibt es kaum „Sprachprobleme“.

Der Belgische Schäferhund allgemein eignet sich, vorausgesetzt er hat das richtige Alter erreicht und sein Führer hat das richtige Fingerspitzengefühl, für alle Arten der Ausbildung: Zum Schutzhund, zum Begleithund, zum Fährtenhund, Spür- und Lawinenhund, Katastrophen-  oder Hirtenhund. Er ist der richtige Partner für Sportbegeisterte bei Agility, Turnierhundesport, Obedience und Dog- Dancing. Er eignet sich als Begleiter für Ausritte mit Pferden oder für laufbegeisterte Sportler. Er ist ein sehr vielseitiger Hund, da er leichtfüßig ist und als erwachsener Hund ca. 28-33 kg (Rüden)  oder  ca. 25 kg (Hündinnen) wiegt. Er braucht immer eine Aufgabe, auch wenn man nicht sportlich mit ihm arbeiten will. In der Ausbildung liebt er keine stereotypen Unterordnungseinheiten, sondern verlangt ideenreiche Abwechslungen. Der Belgische Schäferhund will immer mit in der Familie sein und bei allen Aktivitäten die Nase vorne haben. Keinesfalls darf er ausgesperrt oder auf Dauer in den Zwinger abgeschoben werden. Er würde vereinsamen und Verhaltensstörungen zeigen. Sehr wichtig ist bei dieser Rasse der vertrauensvolle Kontakt zu dem Züchter des Hundes. Er kennt sich mit der Psyche dieser Rasse aus, wurde geschult und züchtet  teilweise schon jahrelang. Er sollte der erste Ansprechpartner bei Problemen mit dieser sensiblen, lebensfrohen Rasse neben dem dafür zuständigen Verein sein.

Pflege der Langhaarigen:

Die Natur hat es bei dieser Rasse so eingerichtet, dass dieser – obwohl langhaarige – Hund keinerlei Eigengeruch entwickelt, selbst dann nicht, wenn er nass ist. Sein Fell hält alle Unbilden der Natur aus und sollte nicht täglich gebürstet werden. Eher ist dies von Nachteil. Lediglich während des Haarwechsels müssen die abgestorbenen Haare ausgebürstet werden. Belgier schwimmen gerne, sollten aber nie mit Shampoons gewaschen werden. Bedingt durch das wasserabweisende Fell setzt sich kaum Schmutz an und es reicht ein Abreiben mit einem Handtuch.
Der Belgische Schäferhund ist eine sehr robuste und gesunde Rasse. Da er zu keiner Zeit Modehund war und seine Zucht überwiegend in Händen von Liebhabern lag, ist er noch nicht überzüchtet. Seine Lebenserwartung ist noch relativ hoch. (12 – 15 Jahre)

Das gilt für alle: Ein vielseitiger, verspielter, intelligenter, sportlicher Hund für aktive Familien mit fröhlichen Menschen. Ein Hund, der vielseitiger nicht sein könnte. Ein Hund, mit dem man alle Sportarten betreiben kann, die die Vereine anbieten und darüber hinaus noch ein Hund, der sich in die Familie integriert und auch durchaus ohne Hundeplatz seine Berechtigung hat – sofern er geistig und körperlich beschäftigt wird.

Dank seines leichten Körperbaues und dem quadratischen Gebäude hat er wenig Probleme mit der Hüfte (89 % der geröntgten Hunde sind HD- frei). Als mittelschwerer Hund benötigt er keinesfalls „Superfutter“, sondern eine normale, aber ausgewogene Ernährung.

FCI-Standard Nr. 15 / 05.06.2002 /D Auszug
Harmonisch gebauter Hund von mittleren Proportionen, der Eleganz und Kraft in sich vereinigt. Er hat ein quadratisches Gebäude und ist mittelgroß, seine Muskulatur ist kräftig und trocken. Er ist widerstandsfähig, an das Leben im Freien gewöhnt und imstande, die in Belgien so häufigen klimatischen Schwankungen zu ertragen. Durch die Harmonie seiner Körperformen und die stolze Kopfhaltung soll der Belgische Schäferhund den Eindruck jener eleganten Robustheit vermitteln, die das Erbe der gezielt heraus gezüchteten Vertreter einer Gebrauchshunderasse ist. Der Belgische Schäferhund soll im Stand in natürlicher Stellung, ohne körperlichen Kontakt mit dem Vorführer gerichtet werden.
Größe: Rüden 60- 66 cm, Hündinnen 56- 62 cm.

Kopf:  Hoch getragen, nicht übertrieben lang, gerade in seinen Begrenzungslinien, gut gemeißelt und trocken. Schädel und Fang sind ungefähr gleich lang; der Fang darf höchstens um ein Weniges länger sein, was dem Gesamtbild den letzten Schliff verleiht.
Körper: Kraftvoll ohne Schwere. Die vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker gemessene Körperlänge entspricht ungefähr der Widerristhöhe.

Langhaar- Tervueren, Groenendael: kurz auf dem Kopf , auf den Außenflächen der Ohren und im Bereich der Gliedmassen. Am übrigen Körper ist das Haar lang und glatt, länger und reichlicher um den Hals herum und an der Vorbrust, wo es eine Mähne und eine Schürze bildet. Die Hinterseite der Schenkel ist von sehr langem und überaus reichlichem Haar bewachsen, welches sogenannte „Hosen“ bildet. An der Rute ist das reichlich entwickelte Haar lang und bildet eine Fahne.

Farbe Groenendael: Nur einheitlich schwarz. Etwas weiß an der Vorbrust und an den Zehen ist zulässig. Als Mangel gelten wolliges, offenes oder zu kurzes Haar sowie roter Schimmer im schwarzen Haar, graue Hosen.

Farbe Tervueren: Nur falbfarben-schwarz gewolkt oder grau-schwarz gewolkt mit schwarzer Maske, vorzugsweise jedoch falbfarben-schwarz gewolkt. Die Falbfarbe soll warm sein, weder hell noch ausgewaschen. Alle Hunde, die anders als falbfarben-schwarz gewolkt sind oder deren Farbnuance der gewünschten Intensität nicht entspricht, können nicht als vorzügliche Exemplare angesehen werden. (Erläuterung: überwiegend spricht man von rot, rotbraun, beige oder grau. Als „schwarz gewolkt“ bezeichnet man die sogenannte Charbonnage. Das einzelne Haar ist dreifarbige, das Ende erscheint schwarz = es sieht aus als streiche man mit einer berußten Hand über den Hund – K.K.)  Quelle: bsd-e.v.

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